Verhütung

Die Verhütung begleitet nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer durch das gesamte Leben. Während die Frauen nach der Menopause das Kapitel „Verhütung“ ad Acta legen können, ist es bei Männern nichts so. Obwohl auch ihre Spermien langsamer werden und somit die Chance einer Befruchtung sinkt, besteht aber noch immer die Möglichkeit, Kinder zu zeugen.

Ab dem 14. LJ ist eine hormonelle Verhütung ohne Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten möglich. Kinder unter 13 Jahren gelten laut Gesetz nicht als einsichts- und urteilsfähig. Bei 13-Jährigen muss jeweils der behandelnde Arzt die Urteilsfähigkeit beurteilen.

Verhütung ist in der Sexualpädagogik ein wesentlicher Aspekt, besonders in der Aufklärung von Jugendlichen.

Hier ein Überblick über die verschiedensten Verhütungsmöglichkeiten.

 Hormonelle Verhütungsmittel

Hier unterscheidet man zwischen 2 Gruppen:

  • Kombi-Präparate (Östrogen und Gestagen)

  • Hormonpflaster 
  • Hormonring „Nuvaring“  
  • Pille

Während bei dem Hormonpflaster und dem Hormonring es nur eine Einheitsdosierung gibt, ist die Pille in verschiedenen Dosierungen erhältlich.

  • Reine Gestagenpräparate

  • Hormonstübchen 
  • 3-Monats-Spritze
  • Hormonspirale
  • Minipille
  • ösgtrogenfreie Pille „Cerazette“
  • Pille danach

Die Pille danach ist kein Verhütungsmittel, sondern ein Notfallsmedikament. Sie verhindert oder verzögert den Eisprung nach dem Geschlechtsverkehr. Das heißt wiederum, dass sie nicht wirkt, wenn der Geschlechtwsverkehr nach dem Eisprung stattgefunden hat.

Es gibt 2 Produkte.: Vikela und EllaOne und sie sind rezeptfrei in der Apotheke zu erhalten.

Die „Pille danach“ ist nicht mit einer Abtreibung zu vergleichen, da hier eine Befruchtung verhindert wird. Es ist also noch kein befruchtetes Ei vorhanden.

 

Nun die einzelnen Präparate im Detail:

 

Die PilleVerhütung 1

Nimmt man die Pille ein, wird der Zyklus in einen sogenannten „absoluten“ Regelkreis gebracht.

Die meisten Pillen sind Kombinationspräparate, die Östrogen und Gestagen beinhalten. Ausnahme ist hier die Minipille, die ein reines Gestagenpräparat ist.

Bei der Pille werden dem Körper nun bestimmte Mengen an Östrogen und Gestagen zugeführt. Da der Körper diese Hormone auch selbst produziert, wird diese Produktion nicht eingestellt, sondern die körpereigenen Hormone werden von den künstlich zugeführten überdeckt.

Nun passiert folgendes:

Das Gestagen unterdrückt den Eisprung und sorgt dafür, dass der Schleimpfropfen am Gebärmutterhals dich und somit undurchdringlich bleibt. Das Gestagen übernimmt daher den wirklichen Part der Verhütung. Das Östrogen wird nur hinzugefügt, damit es zu einer Ersatzblutung kommt. Durch das Östrogen wird eine Schleimhaut aufgebaut, obwohl es keinen Eisprung gibt. Das fehlende Östrogen ist auch der Grund, warum es bei der Minipille, die nur Gestagen enthält, zu keinen Monatsblutungen kommt.

Auch die Einnahme ist unterschiedlich:

Manche Pillen werden 28 Tage genommen. Hier sind 21 Tabletten mit Hormonen dabei und 7 Placebos, die keine Hormone enthalten. Diese werden als sogenannte Lückenfüller genommen. In diesen 7 Tagen setzt die Menstruation ein. Vielen Frauen erleichtert die Einnahme der Placebos die Einhaltung der Pillenpause, da sie das Präparat durchgehend nehmen und so nicht an die neuerliche Einnahme der neuen Packung denken müssen. Denn andere Pillen beinhalten nur diese 21 Hormonpillen und danach muss man 7 Tage eine Pillenpause einhalten. In dieser Pillenpause sollte die Menstruation einsetzen. Nach dieser Pause von 7 Tagen muss man dann mit einer neuen Packung den neuen Zyklus beginnen.

Beginnt man mit der Pille, so muss man am ersten Tag der Menstruationen beginnen, damit sie wirkt. Die Wirkung setzt bereits ab dem ersten Tag ein. Die Pille sollte immer zu einem bestimmten Tageszeitpunkt genommen werden. Dieser ist von Frau zu Frau verschieden. Manche nehmen sie vor dem Frühstück ein, andere vor dem Schlafengehen. Jede Frau muss hier ihren eigenen Rhythmus finden. Du solltest aber darauf achten, einen Zeitpunkt zu wählen, der einen Fixpunkt in deinem Tagesrhythmus darstellt. Damit kannst du die Pilleneinnahme verinnerlichen. Vergisst du eine Pille, solltest du  diese sofort beim Bemerken einnehmen. Hier ist auch das Zeitfenster wichtig. Normalerweise sind mehrere Stunden (nicht mehr als 12) kein Problem, sollte das Zeitfenster aber größer sein oder du schon mehrere Pillen vergessen haben, ist der Verhütungsschutz nicht mehr gewährleistet und du musst zusätzlich mit einem Kondom verhüten, bis der neue Zyklus anbricht.

Wann wirkt die Pille nicht?

  • Wenn du eine Pille mehr als 12 Stunden vergisst
  • Wenn du mehrere Pillen vergisst
  • Wenn du kurze Zeit nach der Einnahme erbrichst und somit die Pille wieder erbrichst
  • Wenn du unter Durchfall leidest und somit die Pille nicht in den Körperkreislauf aufgenommen werden kann.

 

Die Minipille

Die Minipille ist ein reines Gestagenprodukt.

Sie ist so dosiert, dass ein Eisprung stattfindet, sich aber kein Gebärmutterschleim aufbaut, So kann sich kein Ei einnisten, auch der Cervix-Schleim bleibt für Spermien undurchdringlich.

Die Minipille ist nicht so sicher wie die normale Pille, wird aber gerne für stillende Frauen oder Frauen, die kein zusätzliches Östrogen einnehmen wollen, verschrieben.

 

Die östrogenfreie Pille „Cerazette“

Die Cerazette ist ein reines Gestagenpräparat, ist aber genauso wirkungsvoll wie die normale Pille. Sie wird vor allem Raucherinnen oder Frauen ab 35 Jahren verschrieben.

Bei dieser Pille kann es als Nebenwirkung zu einer Gewichtszunahme führen, da sie die Wassereinlagerungen begünstigt.

 

Die Spirale

Die Spirale liegt direkt in der Gebärmutter. Sie wird vom Gynäkologen eingesetzt. Die Kosten sind beim Einsetzen ziemlich hoch, sie liegen je nach Art der Spirale bei ca. zw. € 300 – 500, dafür ist man für ca. 3-5 Jahre abgesichert. Durch einen Faden kann sie dann vom Gynäkologen wieder entfernt werden.

Dass nur Frauen, die bereits ein Kind gebärt haben, die Spirale eingesetzt bekommen können, stimmt nicht. Allerdings muss die Gebärmutter eine gewisse Größe haben, das heißt, sie muss bereits voll ausgebildet sein. Für junge Mädchen, die sich noch im Wachstum befinden, ist sie daher nicht das Verhütungsmittel erster Wahl.

Es gibt verschiedene Arten von Spiralen:

  • Kupferspirale

    Die Spirale wirkt über Kupferionen. Diese hemmen die Beweglichkeit der Spermien und den richtigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und erschweren so die Befruchtung des Eis und verhindern im Fall des Falles die Einnistung des Eis, da die Schleimhaut fehlt.

  • Goldspirale

    Die Goldspirale wirkt genauso wie die Kupferspirale, sie ist nur die Luxusvariante von ihr.

  • Hormonspirale

    Bei dieser Spirale wird das Hormon Gestagen abgegeben und somit der Eisprung verhindert.

  • Kupferkettchen

  • Das Kupferkettchen ist eine Art Kettchen, bestehend aus Kupferröhrchen, die an einem Nylonfaden aneinandergereiht sind. Zum Unterschied zur Spirale wird das Kupferkettchen oben an der Gebärmutterwand festgemacht, es füllt die Gebärmutter der Länge nach aus.
  • Kupferball

    Ist die Alternative zum Kupferkettchen, nur in Form eines Balles.

 

Barriere-MethodenVerhütung 2

Mittels einer mechanischen Barriere soll verhindert werden, dass die Spermien in die Gebärmutter gelangen.

Hierzu zählen:

  • Kondom

  • Diaphragma

    Das Diaphragma ist eine Gummikappe, die vom Gynäkologen angepasst wird. Sie ist mit Spermizid eingelegt und wird vor dem Geschlechtsverkehr über den Muttermund gestülpt.

  • Portiokappe

    Die Portiokappe ist die neuere Version des Diaphragmas.

  • Femidom

    Das Femidom ist das „Kondom für die Frau“. Es hat sich in Österreich kaum durchgesetzt und ist daher kaum mehr erhältlich.
    Es ist eine Art Kondom, das mit dem geschlossenen Ende in die Vagina eingeführt wird, das andere Ende wird an den Schamlippen befestigt.

 

Chemische Verhütung

Chemische Mittel zur Verhütung alleine sind unzureichend, sie bieten keinen ausreichenden Schutz. Sie sollten in Kombination mit Barriere-Methoden angewandt werden.

  • Spermizide

    Darunter versteht man ein Gel, das die Spermien abtötet. Dieses Gel sollte ca. 30 min vor dem Geschlechtsverkehr aufgetragen werden. Es sollte auch 6-8 Stunden nach dem Sex nicht entfernt werden, weil es so lange dauert, bis alle Spermien abgestorben sind.

  • Schaumzäpfchen

    Auch ein Schaumzäpfen sollte ca. 20 min vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden und nur zusätzlich zum Kondom verwendet werden. Aufgrund der Körperwärme beginnt das Zäpfchen zu schäumen und die chemische Reaktion tötet die Spermien ab. Leider kann es durch die Chemikalien auch die Vagina reizen.

 

Natürliche Familienplanung:

Bei der natürlichen Familienplanung beobachtet man seinen Körper über einen gewissen Zeitraum sehr genau und kann anhand der Beobachtungen den Zeitraum des Eisprungs feststellen.

  • Billings-Methode (Beobachtung des Zervikalschleims)

  • Kalender-Methode (Beobachtung der Körpertemperatur)

  • Persona
    Persona ist eigentlich keine richtige Verhütungsmethode, sondern ein geeignetes Mittel zur Schwangerschaftsplanung.

  • Coitus Interruptus

Unter dem Coitus Interruptus versteht man den unterbrochenen Geschlechtsverkehr. Der Mann zieht kurz vor der Ejakulation den Penis aus der Vagina, damit keine Spermien in die Scheide gelangen.  Leider ist dies keine geeignete Verhütungsmethode, da auch vor der Ejakulation durch den sogenannten „Lusttropfen“ bereits Spermien aus dem Penis treten können. Der Lusttropfen an und für sich enthält keine Spermien, es kann aber sein, dass durch die Harn-Samen-Röhre welche aufgenommen wurden.

Wenn es zu einer Ejakulation am Scheibeneingang kommt, kann es ebenfalls zu einer Befruchtung kommen, weil sich die Spermien dann durch die Vagina bis zur Gebärmutter fortbewegen können.

 

Operative Eingriffe

Operative Eingriffe sollten sehr gut überlegt sein,  sie sind ab dem 25. LJ möglich. Eine Sterilisation bei der Frau ist nicht mehr rückgängig zu machen, bei der Vasektomie besteht grundsätzlich die Möglichkeit, den Eingriff rückgängig zu machen, ist aber nicht immer möglich.

  • Sterilisation bei der Frau: Die Eileiter werden durchgetrennt.

  • Vasektomie beim Mann: Der Samenleiter wird durchgetrennt.

 

 

 

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