Mein kostenfreier Leitfaden

In meinem Leitfaden für Eltern von pubertierenden Jugendlichen erhältst du exklusive Einblicke in die Sexualpädagogik und erfährst unter anderem, wie du dein Kind während der Pubertät richtig unterstützt.

Sexuelle Entwicklung des Kleinkindes

Baby, Kleinkind, Vorschule

 

Je kleiner die Kinder sind, desto mehr leben sie nach den Prinzipien der augenblicklichen Befindlichkeit. Das heißt, dass sie genau das machen, auf das sie gerade Lust haben. Und diese Lust kosten sie auch aus.

Alles, was im Moment schön oder unangenehm ist, wird als zentral erlebt. Es steht im Mittelpunkt. Die Möglichkeit zu warten oder die Bedürfnisse zu verschieben ist in diesem Alter noch nicht möglich. Diese soziale Kompetenz wird erst mit Eintritt in die Schule erlernt.

Auch in Bezug auf die Sexualität wenden Kleinkinder das Lustprinzip des Moments an:

Das eigene Geschlechtsorgan wird dann berührt, wenn es als angenehm empfunden wird. Soziale Regeln werden im Kleinkindalter meist ignoriert, weil sie diese auch nicht wirklich verstehen.

In diesem Alter soll die Sexualerziehung dazu abzielen, seine körperliche und emotionale Wahrnehmung zu stärken. Die Kinder sollen ihren Gefühle benennen können. Dies ist sind die Grundsteine der Prävention gegen Missbrauch.

Sexuelle Entwicklung des Kleinkindes

Durch das Erkunden des eigenen Körpers lernt das Kind sich selbst, seine eigenen Körpergrenzen und auch das eigene Geschlechtsorgan kennen. Nackt sein, sich berühren dürfen, die angenehmen Berührungen anderer erfahren – all das ist wesentlich für das Kennenlernen des eigenen Körpers.

Die Eigenberührungen des eigenen Körpers haben aber auch noch einen anderen Effekt:

Körperstellen, die häufig mit den eigenen Händen berührt werden, werden positiv betrachtet und besonders wertgeschätzt. Für das Wertschätzen des eigenen Geschlechtsorgans ist das von wesentlicher Bedeutung.

Im Sinne der Prävention sexueller Gewalt ist dies von großer Bedeutung:

Nur was ich schätze und liebe, schütze und pflege ich.

 

Kinder können Stimmungen auf emotionaler Ebene sehr intensiv wahrnehmen. Das gilt nicht nur für Stimmungen, die sich auf sie beziehen, sondern auch für Stimmungen untereinander in einer Gruppe. Sie spüren schnell, ob Erwachsene gemäß ihrer eigenen Grenzen handeln oder nicht. Damit meine ich, ob sie autend handeln.

Kinder erlernen ihre emotionale Grenzwahrnehmung in erster Linie durch Vorbildwirkung. Je besser die Erwachsenen ihre eigenen Gefühle wahrnehmen können und je mehr ihre Handlungen mit ihren Emotionen zusammenpassen, desto mehr werden Kinder in ihrer emotionalen Kompetenzentwicklung unterstützt. Hier sind neben dem Elternhaus natürlich auch die Pädagogen in den jeweiligen Einrichtungen gefordert.

In dieser Zeit der sexuellen Entwicklung sind folgende Komponenten für die Eltern und Pädagogen wichtig:

  • Bereits beim Wickeln oder Waschen sollten alle geschlechtlichen Körperteile mit dem richtigen Namen benannt werden. Dies trifft nicht nur auf den Penis oder die Vagina zu, sondern auch auf die Hoden und Labien (Schamlippen). Somit lernen die Kinder von klein auf, ihre Körperteile ohne Scham richtig zu benennen.
  • Man sollte dem Kindesalter entsprechen auch dem Kind bereits Kompetenzen übertragen. Bereits Kleinkinder können mit Unterstützung ihr Genital selbst waschen. Das gilt auch für den Gang auf die Toilette.
  • Das lustvolle Spielen sollte ermöglicht werden. Damit meine ich die freie Bewegung wie Schaukeln, Springen, Tanzen oder Laufen. Hier lernen die Kinder ihren Körper und auch ihre Grenzen kennen. Hochleistungssport ist kein Ersatz für diese freie Bewegung, da er nicht „frei“ ist.
  • Für Kinder ist es wichtig, auch eine Zeit zu haben, in der sie nicht kontrolliert werden. Diese kann im eigenen Zimmer oder in einer „Höhle“ sein. Hier kann sich das Kind mit sich selbst beschäftigen, ohne gestört zu werden.
  • Werden soziale Regeln, die im Zusammenhang mit der Sexualität stehen, eingefordert, ist es von Bedeutung, dass dies ohne moralische Begründungen passiert. Ein: „Das tut man nicht! Das ist schmutzig!“ versteht das Kind nicht und brennt sich in seinem Kopf ein. Diese Sätze  werden es dann in seiner späteren sexuellen Entwicklung behindern. Die Begründung sollte immer sachlich und kinngerecht sein.

Sexuelle Entwicklung des Kleinkindes

 

Spätestens ab dem Kindergartenalter sollten altersadäquate Bücher über den Körper im Kinderbuchregal stehen. Das Kind sollte sich diese jederzeit ansehen können und es als Sachbuch ansehen.

Die meisten Kinder wissen mit 5 oder 6 Jahren bereits Bescheid, wie Babys entstehen. Natürlich ist das für sie noch alles zu abstrakt, daher ist es für sie eher unspektakulär.

In diesem Alter beginnen auch die sogenannten „Doktorspiele“. Diese machen vielen Eltern Angst, sind aber für die sexuelle Entwicklung von immenser Bedeutung. Hier erkunden die Kinder das eigene und auch das andere Geschlecht. Man betrachtet und berührt sich gegenseitig, unabhängig vom Geschlecht. Und man entdeckt, dass eine Berührung etwas Lustvolles ist. Diese Spiele finden zwischen Mädchen und Mädchen, zwischen Buben und Buben, aber natürlich auch zwischen Mädchen und Buben statt.

Das verbieten dieser Doktorspiele ist nicht zielführend. Hier passiert auch kein sexueller Übergriff. Sie sind auch kein Hinweis auf die spätere sexuelle Orientierung. Auch nicht, wenn in dieser Phase ein Bub gerne Kleider trägt, oder ein Mädchen sich gerne einen Penis wünscht.

Die Kinder sind nur auf das eigene und andere Geschlecht neugierig, wie sie auf auf andere Dinge neugierig sind. Und diese Neugierde wollen sie befriedigen. Dies ist ein natürlicher Entwicklungsprozess.

 

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